Hotel Wimberger: Ein Blick zurück

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“Gemma ins Wimberger. Dort ist immer was los.“ Das Hotel im 7. Wiener Bezirk ist seit fast 150 Jahren eine Wiener Institution und schrieb ein Stück Stadtgeschichte. In den Jahren 1870/71 vom Gastwirt und späteren Gemeinderat Karl Wimberger erbaut, etablierte es sich schnell als Treffpunkt der gehobenen Wiener Gesellschaft.

Bekannt war das Wimberger für seine rauschenden Feste, vor allem die glanzvollen Bälle waren Fixpunkte des gesellschaftlichen Lebens in Wien. Im stattlichen Haus am Neubaugürtel 34 zählten Adelige, Politiker, Geschäftsleute, Künstler, Komponisten, Schriftsteller, Philosophen und Lebemänner zu den Stammgästen. Essen, trinken, spielen, tanzen oder den Konzerten lauschen – beim “Wimberger“ fühlte sich jeder wohl. Man traf sich zur Unterhaltung und zum Genuss, denn fast jeden Tag im Jahr gab es einen guten Grund, dorthin zu pilgern.

Da konzertierte die Musikkapelle des k.u.k. Infanterie-Regiment Nr. 4 (weithin bekannt als die Hoch- und Deutschmeister), da gab es den Souterrain-Saal “München in Wien“ mit bayrischem Bier und original Münchner Kellnerinnen, da tafelte man in eigenen “Hochzeitszimmern“, da floss der Schampus in den Logen und “Chambres Particulières“ – aber beim Wimberger war es nie verrucht und mondän, sondern immer gemütlich. Zahlreiche Programmblätter berichten über Militärkonzerte, Heringsschmäuse, Frühschoppen, Bälle, Redouten und viele andere Veranstaltungen im “Etablissement Wimberger“.

 

Allein der Faschingskalender liest sich wie eine geballte Ladung Lebensfreude. Zu den heiß begehrten Maskenbällen im großen Wimberger-Saal kamen auch hohe Herrschaften, die hier mit dem Volk zusammentrafen. Maskiert war alles erlaubt, und hier hat manche schöne Wienerin einem Erzherzog den Kopf verdreht. Allerdings mussten sich die kaiserlichen Hoheiten schön brav zum Wimberger bemühen, denn die hübschen Mädchen vom Grund wollten tanzen und sich unterhalten, aber kein flüchtiges Abenteuer für einen hohen Herrn sein. Durch nichts waren sie zu einem Tête-à-Tête in einem Chambre séparée im Hotel Sacher zu bewegen – das überließen sie lieber den Damen vom Theater.

Der Charme und die Tradition des „Wimberger“ lebt bis heute in den Räumlichkeiten des 1994 neu eröffneten ARCOTEL Wimberger am Neubaugürtel 34. Hier hat das Urwienertum noch eine Heimat – und hier spielt wie eh und je die Musik …

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