Auf einen Kaffee mit: Lukas Yakob, neuer Barchef der Berliner VELVET Bar

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Bar Manager Lukas Yakob im ARCOTEL Velvet Berlin

von Julia Frase, Marketing Coordinator Berlin

Es ist Freitagabend: die Kaffeebohnen riechen in der ganzen Bar und der neue Barchef serviert mir einen Kaffee, damit wir über die neue Vision für die VELVET Bar im ARCOTEL Velvet Berlin sprechen können. Der erste Eindruck: modischer Barmann mit einem Vor-und Nachnamen, der klingt wie zwei Freunde, die man immer gerne auf einen leckeren Drink besuchen kommt: Lukas Yakob.

 

Ich frage Lukas, was er bis dato schon erlebt hat und detailliert beschreibt er mir seinen Werdegang.

Aufgewachsen in Berlin im Restaurant der Eltern, erprobt er sich schon früh mit Lebensmitteln und lernt, was es bedeutet, gastronomisch zu denken. Er beginnt ein Architekturstudium und kehrt kurz vor Schluss wieder zu seinen gastronomischen Wurzeln zurück. Seine neue Berufung findet er als Barchef im „Bruder Grimm“ – einer Szenebar am Boxhagener Platz – und es folgen zwei Jahre als Nightmanager im Club der Visionäre, dem Berliner Publikumsmagnet in Kreuzberg. In einer Hotelbar, hat er noch nie gearbeitet, erzählt er mir.

Und jetzt eine Hotelbar? Wie kommt’s?

Die Pop Up Konzepte, die er durch Roger Breitenegger kennengelernt hat, inspirieren ihn einen Branchenwechsel zu wagen. Auf die Frage, wie ihm die vorherigen Pop Up Konzepte gefallen haben, antwortet er mir, dass ihn vor allem die kreative Herausforderung anspricht: die kontinuierliche Neuerfindung der Getränke, des Interieurs, der Atmosphäre sowie die Vorstellung dem Ganzen seinen eigenen Footprint zu verleihen.

tu salud
2015 wurden in der VELVET Bar diverse Pop Up Konzepte von Roger Breitenegger umgesetzt, wie z.B. das „Tu Salud“

Immer wieder betont er im Gespräch wie neu das hier alles für ihn ist. Diese strukturierte Arbeitsweise, die Meetingkultur und die strategische Herangehensweise kannte er bisher aus dem Nachtclub-Segment nicht.

Er nimmt einen Schluck Kaffee und erzählt begeistert von seiner Vision für die Velvet Bar:

Er möchte dem Pop-Up-Chamäleon ein Ende setzen und einen neuen Kontrast einbringen: Kontinuität. Schluss mit Pop Up! Nun sollen die Wurzeln der Bar und des Hotels wieder stärker in den Fokus gerückt werden. Und die Vision lautet: in einer gemütlichen Lounge mit samtweichen Elementen sollen sich Inhouse-Gäste und Kiezbewohner die Hand geben und gemeinsam den besten japanischen Whiskey der Welt trinken.

Bei den Vorgängerprojekten lag der Schwerpunkt bei Craft Beer
Bei den Vorgängerprojekten lag der Schwerpunkt bei Craft Beer

Yakob legt außerdem Wert darauf, die Idee von unserem ehemaligen Barchef weiterzuführen, Barbesuchern einen Zugang zu ausgewählten Produkten aus kleineren Destillerien zu verschaffen. Den ersten Umbau gab es schon und auch den Radio-Sender hat er gedanklich bereits ausgewählt. Verschmitzt lächelt er und sagt „Radio Love Love“ – einer Mischung aus Soul, Jazz und Pop.

Schluck für Schluck beginnen wir über die inneren Kernwerte des Hotels zu philosophieren und plötzlich schießt es aus ihm heraus:

Er stellt sich nicht nur eine solide und gut designte Bar vor, sondern will die Authentizität des Hauses wahren. Mittendrin bei Freunden, charakterliche Vielfalt, Individualität und Purheit – diese Kernwerte sollen sich auch weiterhin im neuen Konzept der Bar wiederfinden. Hier soll keine aufgesetzte Szene-Atmosphäre herrschen und es soll auch keine Bar sein, die über Nacht die Party-Touri-Tiger anzieht. Lukas Yakob beschreibt den Soho-Effekt, einen von Künstlern und Kreativen in Gang gesetzten Prozess der Gentrifizierung und der Verdrängung der Kiezbewohner – diesen möchte er verhindern und die symbiotische Einheit von Hotel, Bar und Kiez wahren.

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Das ARCOTEL Velvet Berlin befindet sich direkt in Berlin Mitte, in prominenter Nachbarschaft: Nebenan, das ehemalige Kunsthaus Tacheles.

Das gelingt natürlich nur mit einem kontinuierlichen Konzept, dass sich nachhaltig etabliert und in die Umgebung des Hotels und der Nachbarschaft wächst. Mit dem gleichen Mut zum Wandel, wie ihn auch schon sein Vorgänger hatte, stellt sich Lukas Yakob unserer mixologischen Herausforderung.

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